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Die Geschichte der KulturBrauerei

Einleitung

Das 25.000 m² große Bauensemble der KulturBrauerei mit seinen insgesamt sechs Höfen, über 20 Gebäuden und seiner markanten Architektur gehört zu einem der wenigen gut erhaltenen Industrie-Architekturdenkmälern aus dem Berlin Ende des 19. Jahrhunderts.

Ausgehend von einem kleinen Braubetrieb mit Ausschank auf dem Gelände entstand ab 1878 nach Plänen des Architekten Franz Heinrich Schwechten dieses noch heute beeindruckende Ensemble. Nach der Einstellung des Brauereibetriebs 1967 wurde das Gelände zwar 1974 unter Denkmalschutz gestellt, aber erst 1998 begannen die umfangreichen Sanierungsarbeiten durch die TLG Immobilien GmbH. Das Ergebnis ist einzigartig in Berlin und zeigt die harmonische Verbindung sorgfältig restaurierter Klinkerfassaden mit zeitgemäßer und modernster Infrastruktur.

Aus dem Charme dieses Konzeptes entstand in kurzer Zeit ein innovativer Mix aus kreativen Dienstleistern, vielfältigen Kulturangeboten und Lebensqualität für Anwohner und Besucher!

Die ursprüngliche Nutzung der einzelnen Gebäude lässt sich auch heute noch durch die erhaltene Originalbeschriftung an den Fassaden erkennen – die wechselvolle Geschichte der KulturBrauerei können Sie nachfolgend anhand der wichtigsten historischen Meilensteine anschaulich nachvollziehen.

1840–1870

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1842: Grundsteinlegung des Betriebes

Der Chemiker und Apotheker August Heinrich Prell übernahm den Lagerkeller des Brauers Wagner in der Schönhauser Allee 39. Prell betrieb in der neuen Jacobstraße 26 in der Mitte des alten Berlins eine bayerische Bierbrauerei mit Ausschank.

1853: Übernahme der Brauerei durch Jobst Schultheiss

Nach dem Tod von August Heinrich Prell erwarb Jobst Schultheiss (1802-1865) das viel versprechende Unternehmen und gab der Brauerei und ihrem Bier später den weltberühmten Namen. Obwohl Schultheiss keine einschlägigen Erfahrungen in der Branche hatte, wurde er bald zu einem der bedeutendsten Berliner Bierbrauer seiner Zeit.

Auf dem Grundstück Schönhauser Allee eröffnete neben dem Lagerkeller ein Bierausschank.

1864: Die Brauerei wurde von Schultheiss an die Kaufmannsfamilie Roesicke verkauft. Der Name „Schultheiss“ blieb erhalten

Im Mai 1864 verkaufte Jobst Schultheiss aus gesundheitlichen Gründen den florierenden Betrieb für 210 000 Taler an den Kaufmann und Hoflieferanten Adolf Roesicke, Mitbesitzer der renommierten Wäschefirma Goschenhofer & Roesicke in der Leipziger Straße 58. Dieser übertrug seinem 19 jährigem Sohn Richard, der im Tuchhandel ausgebildet worden war, die kaufmännische Leitung, während der technische Betrieb wie bisher dem Braumeister Johann Mathias Beck oblag. Man stellte die Produktion endgültig von den obergärigen auf untergärige Biere um.

1867: Die Familie Roesicke erweitert das Brauereigrundstück von einst zwei auf zwölf Morgen Land.

Die stürmische Entwicklung der Schultheiss Brauerei, vom kleinen Handwerksunternehmen zum modernen Industriebetrieb, begann mit der Einführung neuer Technik (Dampfbetrieb). Da die an sein Grundstück anschließende Tresckowstraße (heute Knaackstraße) neu konzipiert wurde, kaufte Adolf Roesicke zwölf Morgen Bauland (Grundstücke Schönhauser Allee 38,37 und 36) hinzu, so dass er jetzt über ein ausgedehntes Karree verfügte. Der Hauptsitz der Brauerei un der gesamte Braubetrieb – wurde in die Schönhauser Allee 36/39, inmitten des Häusermeeres mit Fronten nach der Franseckistraße (heute Sredzkistraße) und der Tresckowstraße, verlegt.

1870–1890

Kulte1870

1871: Die Firma wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt

Mit einem anfänglichen Kapitaleinsatz von 900.000 Mark wurde die Firma, mit Datum vom 27. Mai 1871, in eine Aktiengesellschaft umgewandelte. Das Aktienkapital war nach kurzer Zeit auf 1.500.000 Mark erhöht worden.

1871–73: Errichtung Sudhaus in der Franseckistraße

1880: Einführung Flaschenbier. die Produktions- und Angestelltenzahlen stiegen.

1882–83: Ankauf einer Kältemaschine.

Der Winter 1882/83 war sehr mild. Die Brauereien waren zu dieser Zeit noch auf Natureis angewiesen, um die erforderlichen Lagerkellertemperaturen einzuhalten. Da war die gerade bei Linde verfügbar gewordene Kältemaschine der ideale Ausweg. Mit der Anwendung maschinell erzeugter Kälte spielte die Schultheiss-Brauerei in der Entwicklung der modernen Brauereitechnologie in Deutschland eine Pionierrolle.

1884: Aus den Eiskellern wurden dringend notwendige Lagerkeller

Um ein geschlossenes Ensemble zu schaffen wurde der Berliner Architekten Franz Heinrich Schwechten (1841-1924) mit der Planung des Aus-, Um- und Neubau der Schultheiss-Brauerei beauftragt.

1887: Grundstücksvergrößerung.

Im November kaufte Adolf Roesicke den nördlichen Teil des Grundstückes, das Areal hatte nunmehr eine Fläche von ca. 25.000 m².
Erste Entwürfe des Architekten Franz Heinrich Schwechten datiert aus dem Jahre 1887 für die Betriebsanlage sind die östlich zum Sudhaus angrenzenden Gärräume und Lagerkeller mit den Giebelfronten nach Osten entlang der Franseckistraße (heute Sredzkistraße), ebenso die nördlich angrenzende Ladehalle.

1888: Entwurf des Lagerkellers mit der Ladehalle zur Hoffront.

1890–1910

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1890: Die Flaschen bekamen das eingegossene Firmensigum.

1891: Das Wohnhaus in der Schönhauser Allee 39a wurde erworben.

1892: Brauerei-Ausschank nach Plänen des Berliner Architekten Franz Schwechten.

Nach Plänen des Berliner Architekten Franz Schwechten erhielt der Betrieb in der Schönhauser Allee einen repräsentativen Ausschank. Das Gartenlokal und die Ausschankräume dieser Betriebsstätte wurden zu einem beliebten Ausflugsziel der Berliner.

1891-93: Die südlich gelegene Flaschenlagerhalle und die Ladehalle wurden durch den Maurermeister A. Rohmer ausgeführt.

1896: Abteilung III.

Herzögliche Brauerei „Waldschlößchen“ in Dessau wurde als Abteilung III der Schultheiss- Brauerei angegliedert.

1898: Abteilung IV.

Mit dem Erwerb der Borussia-Brauerei in Niederschöneweide wurde diese als Abteilung IV eingeordnet.

Fertigstellung des Entwurfs der Fassade zur Tresckostraße sowie die Pich- und Schwankhalle.

1899: Erstes Signet mit der Schultheiss-Figur.

Im Dezember 1899 erschien die Figur des Schultheiss zum ersten mal im Firmenlogo des Schultheiss-Unternehmens. Das Logo wurde zum Wahrzeichen und Qualitätssiegel. Entworfen hatte es der in Berlin lebende Maler Karl Klimsch (1867-1936), der mit dieser Arbeit 1896 eine Ausschreibung gewann. Preisrichter waren die Professoren Ewald und Koerner, der Koniglicher Baurat Franz Heinrich Schwechten (1841-1924) und als Vertreter des Auftraggebers der Generaldirektor Richard Roesicke (1845-1903).

1900: Die nördlichen Werkstatträume wurden zu Pferdeställen umgebaut.

1902-03: Die Schmiede, ersetzte ein früheres Spritzen- und Beamtenwohnhaus, nach dem Entwurf von Teichen.

1903: Tod von Adolf Roesicke.

Bis zu seinem Tod am 21. Juli 1903 hatte er die Jahresproduktion von 10.000 auf 937.000 Hektoliter gesteigert. Roesicke war aber auch ein engagierter Sozialpolitiker und von 1890 bis 1903 Mitglied des Reichstages. „Wenn der Staat berechtigt und berufen ist, das Eigentum der besitzenden Klassen, das Kapital der Unternehmer durch Gesetz und Polizei zu schützen, so sehe ich nicht ein, warum er nicht auch verpflichtet sein sollte, die Arbeitskraft der Arbeiter, das einzige Eigentum der Besitzlosen, zu schützen“, erklärte er in einer seiner Reden. Seine Ideen setzte er im eigenen Betrieb um. So gab es dort gewählte Arbeiterausschüsse, deren Mitglieder einen Monat Kündigungsschutz hatten, ferner aus Gewinnüberschüssen und anderen Quellen gespeiste Unterstützungskassen, eine aus Roesickes Privatvermögen gestiftete Pensionskasse, verbilligtes Kantinenessen, häusliche ?????????????????????

1904: Erstmals wurde die Grenze von einer Million Hektoliter Produktionsausstoß überschritten.

1907-08: Abschluss Fassadenfront des Stallgebäudes nach dem Entwurf des Architekten Neumann.

1910–1930

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1910: Abteilung V.

Erwerb der Brauerei „Pfeifferhof“ in Breslau, nunmehr als Abteilung V.

1914: Abteilung VI.

Fusion mit der „Berliner Unions- Brauerei“ in der Hasenheide. Zu dieser Brauerei – von nun an Abteilung VI – gehörten die „Jagdschlößchen-Brauerei“ in Eberswalde sowie ein Zweigbetrieb in Schneidemühl.

1917: Der erworbene Betrieb „Spandauer Bergbrauerei“ mit den beiden volkstümlichen Schankwirtschaften „Bock“ und „Zibbe“ wurden nach kurzer Zeit stillgelegt.

1919: Die Pfeffer-Brauerei („Pfefferberg“) wurde übernommen und deren Produktion 1921 eingestellt.

1920: Zusammenschluss der Schultheiss-Brauerei und der Patzenhofer-Brauerei AG.

Am 12. Juli 1920 erfolgt der Zusammenschluss der Schultheiss-Brauerei und der Patzenhofer-Brauerei AG zur Schultheiss-Patzenhofer-Brauerei-Aktiengesellschaft.Durch die Fusion der Schultheiss und Patzenhofer Brauerei AG entstand 1920 die weltgrößte Lagerbierbrauerei mit dem Hauptsitz in der Schönhauser Allee.

1925: Errichtung Flaschenbierladehalle mit der Straßenfront Schönhauser Allee durch den Maurermeister Ernst Tielebier.

1925-26: Erbauung der Flaschenbierfüllanlage durch den Maurermeister Ernst Tielebier.

1925-30: Bauliche Veränderung des alten Kessel- und Maschinenhauses.

Es wurde 1926 teilweise abgerissen und 1929 durch ein neues mit Hoch- und Tiefbunker versehenes dreigeschossiges Gebäude ersetzt.

1926: Teile der Produktionsanlage wurden in Büroräume umgewandelt.

1930–1950

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1937: Schultheiss-Brauerei AG.

Ab 1937 lautete die offizielle Unternehmensbezeichnung Schultheiss-Brauerei AG. In diesem Jahr wurde das Unternehmen zum „Nationalsozialistischen Musterbetrieb“ ernannt.

1938: Die Schultheiß-Brauerei AG wird als Wehrwirtschaftsbtrieb geführt.

1941-45: Kriegsproduktion.

Ab 1941 sollen polnische und französische, ab Herbst 1944 auch italienische Kriegsgefangene für Transport- und Hilfsarbeiten eingesetzt worden sein. Untergebracht waren sie in einem im Stall 9 eingerichteten Gemeinschaftslager. Für die Rüstungsproduktion der Telefunken AG arbeiten seit 1942 in den Tiefkellern ukrainische Zwangsarbeiterinnen.

In den letzten Kriegstagen 1945 hatten sich in einem Tiefkeller der Brauerei der Stab des Befehlsabschnitts H der „Festung Berlin“, verschanzt. Zeitweilig sind bis zu 1.000 Soldaten auf dem Gelände. Im Hof wurden zahlreiche Deserteure und Anwohner, die die weiße Fahne gehisst hatten, erschossen. Noch nach der Kapitulation verteidigten NSDAP-Funktionäre, SS- und Wehrmachtsangehörige das Gelände. Die Bevölkerung plünderte nach Kriegsende die in der Brauerei untergebrachten Lebensmittellager. Erst im Herbst wurden die über 100 im Vorgarten begrabenen Toten auf Friedhöfe bestattet.

1945: Brauereibetrieb wieder aufgenommen. Die Gebäude der Brauereien überstanden weitestgehend unbeschadet den 2. Weltkrieg. Der Bevölkerung von Prenzlauer Berg dienten 1945 die 54 bis 80 m tiefen Brunnen während des Ausfalls der Wasserversorgung als einzige Wasserquelle. Ende des Jahres wurde der Brauereibetrieb, trotz laufender Demontagen, wieder aufgenommen. Mit Befehl der Besatzungsmacht vom 30. Oktober wurde das Unternehmen beschlagnahmt und später dann als volkseigener Betrieb weitergeführt.

1950–1990

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1953: Eröffnung des Casinos der Betriebssportgemeinschaft Berliner Brauerei sowie eine Kegelbahn.

1967: Ende des Brauereibetriebes.

Aufgrund des hohen Verschleißes der Anlage wurde 1967 der Brauereibetrieb auf diesem Gelände eingestellt und der Maschinenpark demontiert.

Einige der Gebäude wurden durch einen Möbelgroßmarkt und als Sportkasino genutzt.

1970: Eröffnung Franzclub.

Im ehemaligen Verwaltungsgebäude eröffnet am 1. Januar 1970 der Franzclub und wird schnell zum Publikumsmagneten für Berliner Nachtschwärmer.

1974: Der Brauerei-Komplex wurde wegen seiner einzigartigen Architektur unter Denkmalschutz gestellt.

1990–2000

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1990: Die Treuhandanstalt (THA) übernahm das vom Verfall bedrohte Gelände.

1991: Gründung der KulturBrauerei gGmbH.

Mit Gründung der KulturBrauerei gGmbH begann die kulturelle Belebung des Areals und damit war auch der Name geboren, den jetzt das Areal der ehemaligen Schultheiss-Brauerei trägt. Als gemeinnütziger Verein eingetragen sind die KulturBrauerei selbst, das Theater Sonnenuhr e.V., Kunstwerkstatt für behinderte Kinder und Erwachsene, Musikszene e.V., Stiftung Industrie- und Alltagskultur und der Franz-Club e.V. (schied 1995 aus).

Ausschreibung der Immobilie zum Verkauf:

Die THA hat einen Investorenwettbewerb ausgeschrieben. Der Verkauf war an zwei Bedingungen geknüpft. Zum einen die Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen und 15.000 m² für einen Preis von 5,- DM Nettokaltmiete der KulturBrauerei gGmbH bis zum Jahre 2011 zur Verfügung zu stellen. Das französische Immobilienunternehmen „Aqua viva“ gewann die Ausschreibung. Im Verlaufe der Abwicklung schwand die Überzeugung von der Wirtschaftlichkeit einer Sannierung der Immobilie und so scheiterte im Mai 1993 das Geschäft.

„Einspruch“ mit Ulrich Meyer:
Die von SAT 1 verpflichtete Berliner Produktionsfirma lässt das alte Kesselhaus der KulturBrauerei für 800.000 DM sanieren und konnte dafür zwei Jahre lang mietfrei die wöchentliche Sendung mit Ulrich Meyer produzieren.

1993: Erneute Ausschreibung der Immobilie zum Verkauf.
(Mindestgebot 27 Mio. DM)

1994: Verkauf der Immobilie an die Participia Holding GmbH.

1995: Rücktritt der Käufer vom Kaufvertrag.

Die THA hatte mehrfach versucht die Immobilie zu verkaufen. Die Investoren sind jedoch von dem Kaufvertrag zurückgetreten. Die wunderschöne, denkmalgeschützte Industrieimmobilie aus der Zeit der Jahrhundertwende, die sich in einem schlechten Zustand befand und die darüber hinaus nicht den Nutzungsanforderungen unserer Zeit entsprach, scheuten die Käufer.

Die Immobilie ging zurück an die THA welche diese der TLG Treuhand Liegenschaftsgesellschafts mbH übergab.

1996: Präsentation des Nutzungskonzepts in einer öffentlichen Ausstellung.

Die TLG stellte ein Nutzungskonzept vor, dass in Ergänzung zum Erhalt der KulturBrauerei gGmbH als kulturelles Zentrum durch eine Nebeneinander von gemeinnütziger und kommerzieller Nutzung eine Sanierung der denkmalgeschützten Immobilie als Gesamtensemble wirtschaftlich zulässt. Aufgrund des bis 2011 laufenden Mietvertrages mit der gemeinnützigen Einrichtung der KulturBrauerei über eine Fläche von über 7.000 m² für einen Quadratmeterpreis von lediglich 5,- DM muss die für den Vermieter unwirtschaftliche Miete im Sinne einer Mischkalkulation über eine kommerzielle Nutzung aufgefangen werden, damit die Investitionen für die Sanierung des Industrieareals wirtschaftlich tragfähig wird.

Über das Konzept, das die Ansiedelung von Ateliers, Galerien, Büros, Gastronomie, Einzelhandel und ein Kino vorsieht, wurde politisch auf allen Ebenen zäh gerungen.

Mit folgenden wesentlichen Einschränkungen soll der Bebauungsplan als Kerngebiet am 10. Dezember 1997 während einer Sondersitzung der BVV rechtskräftig werden: Im festgesetzten Kerngebiet der KulturBrauerei sollen Spielhallen und die Schaustellung von Personen (z.B. Peep-, Sex- und Liveshows) sowie Video- oder ähnliche Vorführungen unzulässig sein. Die Genehmigung von Filmtheatern und Diskotheken soll von ihrer Art und Größe abhängig gemacht werden.

Am 20. Juni „Möbelmarkt“ Gesamtvollstreckung.

Am 01. August 1997 schließt der legendäre, weit über Berlin hinaus bekannte Franz-Club seine Pforten.

1998: 100-Millionen-Projekt/Erster Spatenstich.

Nicht zuletzt auf wiederholte Vermittlung von Wolfgang Thierse, stellvertretender Vorsitzender der SPD und ein intimer Kenner der Kulturszene im Prenzlauer Berg, der seit Jahrzehnten nur unweit von der Brauerei wohnt, wird am 3. April 1998 der städtebauliche Vertrag geschlossen. Bis Juni 1998 werden die Baugenehmigungen sukzessiv erteilt.

Nach jahrelangem Streit beginnt am 16. September mit dem symbolischen ersten Spatenstich durch den Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen die 100 Millionen DM teure Sanierung der ehemaligen Schultheiss-Brauerei. Finanziert wird das teure Projekt von der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG) die für die Sanierungskosten einen Kredit zu marktüblichen Zinsen aufnimmt. Auf dem 25.000 m² großen Areal, deren Gebäude rund 55.000 m² Bruttogeschoßfläche und rund 40.000 m² Mietfläche umfassen, kann jetzt mit dem Aus- und Umbau der denkmalgeschützten Gebäude begonnen werden. Die ursprünglichen Gebäudestrukturen und Konstruktionselemente werden weitgehend beibehalten, die restaurierten alten Schriftzüge werden an die Nutzung als „Flaschenbierhalle“, „Beschlagbrücke“ oder „Heuboden“ erinnern.

1999: Einzug der ersten Mieter.

Mit der fortschreitenden Sanierung im Verlauf des Jahres 1999 belebt sich das Gelände mit Mietern. Bereits im Juni wird das Kesselhaus wieder eröffnet. Am 1. September öffnet in der Flaschenbierabteilung der Supermarkt. Im Dezember zieht der Gehörlosenverband in den Turm ein und am 31. Dezember starte in der vormaligen Abfüllstation der SODA Club (1.300 m²) mit einer großen Silvesterparty.

2000–heute

Heute

2000: Abschluss der Arbeiten.

Im Januar kam das Russische Kammertheater Berlin in der Alten Schlosserei hinzu.

Am 2. März 2000 öffnete im ehemaligen Sudhaus das Kino seine Pforten. Auf einer Fläche von 5.654 m² mit acht neuen Kinosäle und 1.511 Plätze wird in einem, durch die sichtbare Industriearchitektur erzeugten, einzigartigen Ambiente ein auf ein anspruchvolles Publikum abzielendes Art-House Konzept etabliert. Hier sollen themenbezogene Filmsonderreihen, Kultnächte, besondere Filme wie zum Beispiel Kinoklassiker, Autorenfilme, Filme in Originalsprachen, Retrospektiven und Workshops, darüber hinaus Kinderprogramme, Kinderclub und Ferienprogramme stattfinden.

Am 6. April eröffnete das bayrische Bierlokal „Leopold’s“.

Insgesamt entstehen auf dem 25.000 m² umfassenden Grundstück über 40.000 Quadratmeter hochwertige und attraktive Gewerbe-, Büro- und Ausstellungsfläche. Das Gelände steht für das gelungen Konzept der Mischnutzung von Kultur, Dienstleistung und Gewerbe.

Die von der TLG beauftragten Architekten Stefan Weiß und Matthias Faust die schon die Sanierungsarbeiten der Hackeschen Höfe leiteten setzten behutsam in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege die ruinösen Bauten in Stand.

Am 6. April eröffnete das bayrische Bierlokal „Leopold’s“.

Insgesamt entstehen auf dem 25.000 m² umfassenden Grundstück über 40.000 Quadratmeter hochwertige und attraktive Gewerbe-, Büro- und Ausstellungsfläche. Das Gelände steht für das gelungen Konzept der Mischnutzung von Kultur, Dienstleistung und Gewerbe.

Die von der TLG beauftragten Architekten Stefan Weiß und Matthias Faust die schon die Sanierungsarbeiten der Hackeschen Höfe leiteten setzten behutsam in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege die ruinösen Bauten in Stand.

Bauzeit: 08/1998 – 01/2000.

2001: Jubiläum.

Seit Gründung der KulturBrauerei Multikulturelles Zentrum gGmbH, welche als Hauptmieter die meisten kulturellen Einrichtungen in der KulturBrauerei vereint, sind 10 Jahre vergangen. Im Rahmen der Festveranstaltungen gastiert u.a. Dominique Horwitz mit der Dreigroschenoper im Kesselhaus.

2002: „Sommer Klassik in der KulturBrauerei“.

Zum ersten Mal wird die „Sommer Klassik in der KulturBrauerei“ produziert. Neben so bekannten Standorten wie dem Kronprinzenpalais und der Museumsinsel wird die KulturBrauerei in das vom italienischen Kulturinstitut ausgerichtet Festival “ La Piazza“ einbezogen. Die Berliner Literaturwerksatt veranstaltet das Poesiefestival sowie im Kino ein Kurzfilmkontest mit der Verleihung des „Poentry-Film-Award“. Das Goethe-Institut offeriert eine Ausstellung zur deutschen Sprache.

Insolvenz KulturBrauerei Multikulturelles Zentrum gGmbH

Der mit dem Areal namensgleichen Mieter KulturBrauerei Multikulturelles Zentrum GmbH beantragt Insolvenz. Trotz staatlicher Unterstützung hatte sich ein Schuldenberg aufgetürmt. Das Land Berlin steigt als Hauptmieter in den mit der TLG bestehenden Mietvertrag ein. Sie bezahlt künftig 2,5 Euro Miete pro Quadratmeter. Zugleich wurde die Consense GmbH beauftragt für ein Jahr kulturelle Veranstaltungen im Kesselhaus, in der alten Feuerwehr und in der Galerie im Pferdestall durchzuführen.

Ausblicke:

Noch einmal werden Baumaßnahmen durchgeführt. In der über die geringe Miete gestützten Mietfläche wird eine Sanierung der Innenbereiche gefördert mit Mitteln der Staatlichen Klassenlotterie durchgeführt. Die Gebäudetechnik wird insgesamt ausgerichtet auf moderne Anforderungen ersetzt. Das Kesselhaus erhält den nötigen Schallschutz. In der Alten Feuerwehr entsteht ein neuer, zusätzlicher Veranstaltungsraum mit Bühne. Im hinteren Bereich von Hof 5 wird das Gebäude für den Einzug der Berliner LiteraturWerkstatt hergerichtet. Damit erreicht die KulturBrauerei wieder ihre volle bauliche Funktionsfähigkeit. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht erfüllt die KulturBrauerei durch die geschaffene Mieterstruktur mit dem Angebotsmix an anspruchvoller Dienstleistung, des Entertainments und vielfältiger, lebendiger Kultur nun den Erwartungen.