Wo ich sterbe ist meine Fremde. Poesie lesen von: SAID

Sa 04.03. 19:30 Uhr

Haus für Poesie

Kino ACUD

Ein einziges Mal, nach dem Sturz des Schahs 1979, kehrt SAID nach Iran zurück, verlässt das Land jedoch in enttäuschter Hoffnung auf Demokratisierung schon nach sechs Wochen wieder: „Geliebte, / auf diesen Straßen kann ich / nicht einmal Deine Hand halten. / Wie verspottet hier / die Liebe ist. / Wo ich sterbe / ist meine Fremde“.

SAID, geboren 1947 in Teheran, kam 1965 zunächst für ein Studium der Politikwissenschaft nach München. Erst hier, als Teil der Confederation of Iranian Students (CISNU), begann sein politischer Aktivismus. Seit den 1980er Jahren publizierte er zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Essays in deutscher Sprache – der Exilsprache, in der er eine Heimat fand: „in unserem dürren exil / wollte niemand meine persischen gedichte. / es waren nur kampflieder / angesagt in unserem kreis […] da nahm ich zuflucht / zur deutschen sprache; / die mich aufnahm / so gastlich sie konnte.“ SAID schrieb über Exil, Liebe, Spiritualität und Tod, prangerte die Diktatur in Iran ebenso an wie die politischen Verhältnisse in Deutschland. Ausgezeichnet wurde er für sein umfangreiches Werk unter anderem mit dem Chamisso-Preis und der Goethe-Medaille. Von 2000 bis 2002 war er Präsident des deutschen PEN. Bis zu seinem Tod 2021 blieb er im deutschen Exil.

An diesem Abend besprechen und lesen Fariba Vafi, Mahmoud Hosseini Zad und Tanasgol Sabbagh gemeinsam mit Maryam Aras SAIDs Poesie. Im Anschluss folgt ein Konzert der Musikerin und Komponistin Elshan Ghasimi.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Goethe-Instituts und des Hauses für Poesie

In Lesung und Gespräch: Tanasgol Sabbagh | Ali Abdollahi | Mahmoud Hosseini Zad
Moderation: Maryam Aras